Im Rahmen der creative.challenges 2025 habt ihr gefragt, wie ein kreatives und wirtschaftlich tragfähiges Museumsshop-Konzept für kleinere Düsseldorfer Museen aussehen könnte. Welche konkreten Problemlagen oder Bedarfe standen für euch am Anfang dieser Challenge?
Museumsshops verfolgen im Wesentlichen zwei Ziele. Zum einen geht es darum, den Museumsbesuch aus Sicht der Besuchenden anzureichern. Denn ein solches Angebot wird gerne genutzt und daher erwartet, um z.B. durch den Kauf von Katalogen, Büchern oder Postern das Kulturerlebnis zu verlängern oder zu intensivieren. Zum anderen geht es für die Museen als Betreiber des Shops darum, eine zusätzliche Finanzquelle aufzutun bzw. das Shopangebot zumindest selbsttragend zu gestalten. Gerade kleinere Häuser stehen jedoch hier häufig vor großen Herausforderungen, die sie individuell, aus sich selbst heraus nur unzureichend meistern können. Die Idee eines übergreifenden Konzepts sollte hier im Sinne einer Hilfestellung gedacht werden, die zentral gewisse Aspekte definiert, ggf. Ressourcen bereithält und den einzelnen Museen genügend individuellen Spielraum lässt.
Mit eurer Teilnahme habt ihr mit interdisziplinären Kreativ-Teams zusammengearbeitet. Was hast du dir von diesem Prozess erhofft, das über klassische Stadtmarketingansätze hinausgeht?
Die Zusammenstellung der Teams hatte neben den üblichen „marketingnahen“ Kreativkompetenzen auch solche aus den Bereichen Ladenbau, Produkt- und Ausstellungsdesign oder Kunst zusammengebracht. Von daher hatten wir die Hoffnung auf „anfassbare“ Impulse, die uns konkrete Wege für die Umsetzung eines modularen Shop-Konzepts geben.
Die Preisverleihung der creative.challenges liegt nun hinter dir: Welche Ergebnisse oder Denkansätze aus den Workshops und dem Pitch wirken bei dir besonders nach – und warum?
Beide Teams haben uns wirklich tolle Ideen und Denkanstöße geliefert, was sich darin gezeigt hat, dass das Gewinnerkonzept am Ende nur durch einen einzigen Punkt entschieden wurde. Ein ganz wichtiger Impuls bestand z.B. darin, den Shop nicht nur als Verkaufsfläche, sondern als multifunktionalen Ort für Kunst, Dialog und Events zu sehen. Auch der Gedanke, dass die Shops eine eigene Marke sind, die übergreifend in allen Museen verankert ist, war wirklich inspirierend. Und dass uns ein Team quasi schon einen Möbelbaukasten entworfen hat, ist natürlich super!
Ein Kernproblem ist die mangelnde Professionalisierung in Produktkonzeption, Ladenbau, Beschaffung und Marketing. Welche Ansätze aus den präsentierten Lösungen könnten hier ganz konkret weiterhelfen?
Wir hatten in der Aufgabenstellung explizit den Aspekt „Community“ gebrieft. Das wurde sehr pragmatisch aufgenommen, indem für die Produktentwicklung Kooperationen mit lokalen Künstler:innen, Nachwuchsdesigner:innen und Kleinunternehmen vorgesehen wurden. Hier ein vertrauensvolles Netzwerk aufzubauen, kann einige der Herausforderungen lösen.
Düsseldorf steht für Mode, Design, Kunst und eine starke Kreativszene. Welche Rolle spielen lokale Kreativschaffende und Designer:innen bereits heute im kulturellen Branding der Stadt – und welches Potenzial siehst du für Museumsshops?
Wir wissen, dass z.B. Kulturtourist:innen neben dem Besuch von Ausstellungen auch Wert aufs Shopping legen. Letzteres aber eher nicht in den großen Ketten oder den Luxusmarken der Kö. Vielmehr suchen sie eher nach den kleinen, ungewöhnlichen Läden mit künstlerischen, designstarken Produkten. Das finden sie unter anderem in den Gassen der Carlstadt. Diese Qualitäten setzen wir gezielt im Marketing ein und werden sie bestimmt auch im Sortiment der zukünftigen Shops wiederfinden.
Wie geht es nach den creative.challenges weiter? Welche Schritte plant Düsseldorf Marketing gemeinsam mit der Stadt, um vielversprechende Ansätze umzusetzen?
Wir stehen noch ganz am Anfang des Projekts. Wir werden die Ergebnisse jetzt in Ruhe sichten und dann einen Plan aufstellen, der auf jeden Fall auch einen weiteren Austausch mit den Mitgliedern der beiden Teams beinhalten soll.
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