Wie können Unternehmen dazu bewegt werden, überschüssige Produkte an gemeinnützige Organisationen zu spenden? Wie könnte ein wirtschaftlich tragfähiges und kreatives Konzept für Museumsshops in kleinen Museen aussehen? Bei der vierten Ausgabe des Wettbewerbs creative.challenges haben vier interdisziplinäre Kreativ-Teams aus Nordrhein-Westfalen innovative Lösungen für diese Herausforderungen entwickelt, die exemplarisch für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft stehen. Am 2. Dezember 2025 wurden die Ideen bei einer feierlichen Veranstaltung in der WPP Campus Kantine „The Bridge“ in Düsseldorf gepitcht. Zwei Jurys kürten die beiden Gewinner:innen-Teams und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur überreichte die mit einem Preisgeld verbundenen Auszeichnungen.
Im Rahmen der creative.challenges 2025 erarbeiteten je zwei Kreativ-Teams in zweitägigen Workshops unabhängig voneinander Lösungsansätze für die Challenges aus den Themenbereichen „gemeinwohlorientierte Ressourcennutzung“ und „nachhaltige Kulturwirtschaft“. Am 2. Dezember 2025 präsentierten sie ihre Konzepte vor rund 100 Gäst:innen sowie zwei hochkarätigen Jurys. Die kreativen Köpfe lieferten dabei nicht nur neue Perspektiven, sondern auch konkrete Vorschläge für die Praxis. Ziel ist, dass die Ideen im Anschluss von den Unternehmen umgesetzt werden.
NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur gratulierte allen Teilnehmenden und den Gewinner:innen-Teams: „Kreativschaffende sind mutig, brechen Muster auf und denken ‚out-of-the-box‘. Genau diesen Spirit brauchen wir für den Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft, denn er treibt Innovationen und Transformationsprozesse voran. Die creative.challenges zeigen: Wenn Unternehmen und Kreative ihre Köpfe zusammenstecken, entstehen innovative und nachhaltige Lösungen, von denen Menschen und Unternehmen unmittelbar profitieren.“
„Gerade jetzt, in Zeiten, in denen wir vor so vielen großen und komplexen Herausforderungen stehen, sind die creative.challenges ein wichtiges Angebot für Unternehmen und Kreative aus NRW, um gemeinsam konkrete Lösungen zu erarbeiten. Die Ergebnisse zeigen erneut, welche Innovationskraft in der Vielfalt der Kultur- und Kreativwirtschaft steckt und dass wir genau diese Future Skills für ein zukunftsfähiges Wirtschaften brauchen“, erklärte Ines Rainer, Projektleitung von creative.nrw.
Die Challenges
In Challenge 1 hatte das gemeinnützige Unternehmen innatura gGmbh aus Köln gefragt, wie es noch mehr Unternehmen gewinnen kann, nicht mehr verkaufsfähige Produkte für die Weiterverwendung im sozialen Sektor zu spenden.
Die zwei Kreativ-Teams wurden beim Workshop von Eberhard Schächterle begleitet. Team A bestehend aus Miriam Schmalen (Lead Experience Design & Change), Tomoko Kuniyoshi (Kunsthändlerin), Sonja Lorenz (Designerin) und Meike Sturat (Kommunikations- und Kreativitäts-Strategin) entwickelte den Lösungsansatz, die „2nd Chance Products“ in den Fokus zu rücken und sie ihren Weg von der Produktion in den sozialen Sektor selbst erzählen zu lassen.
Team B mit Rosa Richartz (Gründerin & Creative Director bei chroma), Nathalie Gerbode (Inhaberin von nateria), Charlotte Wielage (Designerin) und Fabian Seibert (Designer & Fashion Start-Upper) setzte auf Allianzenbildung mit Spenderunternehmen und das Schaffen von Sichtbarkeit für die Folgen von Konsumgütervernichtung, etwa durch eine „Trashbucket Challenge“ in sozialen Medien.
Die Jury mit Eva Schiele-Recknagel (innatura gGmbH), Christiane Uhl (innatura gGmbH), Miriam Sauvage (WPP Media) und Monika Focks (Tchibo GmbH) kürte Team A zum Gewinner.
In Challenge 2 hatten die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Düsseldorf Marketing GmbH den Teams die Herausforderung gestellt, ein kreatives und wirtschaftlich tragfähiges Museumsshop-Konzept für kleinere Düsseldorfer Museen zu erstellen, das gezielt Image, Sichtbarkeit und Community stärkt. Unterstützung im Prozess erhielten die Kreativen von Silke Roggermann.
Zu Team A gehörten Pascal Becher (Creative Strategist), Elisabeth Europa Jacobsohn (Kunsthistorikerin), Melanie Eigenrauch (Spatial-Designerin) und Maria Wintz (Interdisciplinary Designer) – sie präsentierten das modulare Möbelsystem „third x“, das es erlaubt, aus Museumsshops „Community Spaces“ zu machen: „dritte Orte“ für Interaktion, Kommunikation und Teilhabe.
Team B mit Lilli Popp (Motion Designerin), Marc Röbbecke (kreativer Netzwerker), Lukas Schulz (Designer und Szenograf) und Johanne Tönnies (Designerin) stellte das „Konzept „Menschen, Module und Museen“ vor: Ein modulares Ladenbausystem lässt sich in Form, Farbe und Material individuell an die Museen und ihre Zielgruppen anpassen, interaktive Elemente wie ein Selfie-Spiegel, Art-Snacks im Kunstautomat und Special-Edition-Merch mit lokalen Künstler:innen sprechen die Besucher:innen vor Ort direkt an.
Die Jury mit Angélique Tracik (Leiterin des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf), Alexander Fietz (CEDON MuseumShops), Thorben Meier (Düsseldorf Marketing GmbH), Prof. Sabine Krieg (Hochschule Düsseldorf) und Sascha Förster (Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf) zeichnete Team B aus.
Foto: Simon Fricke



