Wo in NRW lebt ihr und warum gefällt es euch da?
Wir wohnen im schönen Köln-Mülheim. Besonders gefallen uns die Menschen, die es nach Köln zieht: die Kreativen, die Träumenden und alle, die anderen gerne unter die Arme greifen und sich gegenseitig unterstützen. Das ist für uns das Besondere an der Spieleindustrie und an Köln.
Womit beschäftigt ihr euch und warum?
Wir sind Entwickler von digitalen Spielen. Das heißt, wir haben den Luxus, uns mit ganz vielen verschiedenen Themen und künstlerischen Praktiken jeden Tag aufs Neue auseinanderzusetzen. Ein Spiel besteht nämlich sowohl aus 2D- und 3D-Kunstwerken und Animationen als auch aus UI, Texten, Musik, Ton, Programmierung, Game Design etc. Und jedes Spiel ist anders. So kommen wir mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt, geeint durch das Interesse, mit diesem Medium zu arbeiten.
Wir tun das im Rahmen unseres Indie-Spiele-Studios, das wir 2021 gegründet haben und mit dem wir seitdem einige Projekte verwirklichen konnten, darunter auch unser vor kurzem erschienenes Spiel „Tiny Bookshop“.
Welche Veranstaltung in NRW sollten wir auf keinen Fall verpassen?
Die Kölner Gamescom ist weltweit die größte Messe für Spiele. Sie ist bunt und vielfältig, und man spürt bei jedem Schritt die Begeisterung der Besuchenden für das Medium Spiel.
Für etwas mehr Lokalkolorit können wir die Mülheimer Nacht sehr empfehlen, in der sich der Stadtteil in ein buntes Fest verwandelt; mit Live-Musik in einem ausgedienten Luftschutzbunker, Kunstausstellungen und klasse Street Food ist es eines unserer jährlichen Highlights.
Wen sollten wir unbedingt mal kennenlernen?
Eva Rusch, eine lokale Ikone der Stadtteilentwicklung. Als gute Seele Mülheims setzt sie sich für ein lebenswertes, bezahlbares und buntes Quartier ein, und das mit einem einzigartigen multimedialen Ansatz.
Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Wir wünschen uns, dass wir nochmal als Gesellschaft eine ehrliche Unterhaltung zu KI haben. Als Programmierer:innen und Medienschaffende finden wir es erschreckend, wie von der Wirtschaft und Politik begeistert bei LLMs und generativen Bilderstellern Plagiatsmaschinen gefeiert werden, die auf nicht lizenzierten Datensätzen basieren und damit Kreativschaffende weltweit gefährden. Die zugrundeliegende Technologie ist sicher interessant, aber wir müssen uns fragen, wie viel des Hypes und der Versprechen nur funktionieren durch einen nie dagewesenen Raub von menschengemachten Leistungen.
Was ihr uns oder der Welt schon immer sagen wolltet …
Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen abgedroschen, aber es ist an uns Kreativschaffenden, die Welt nicht nur zu zeigen, wie sie ist, sondern auch, wie sie sein könnte, denn nur so entsteht Veränderung.
Mit dem Indie Game „Tiny Bookshop“ wurde das Kölner Studio im Dezember 2025 in drei Kategorien mit dem Deutschen Entwicklerpreis ausgezeichnet, unter anderem „Bestes Deutsches Spiel“.
Foto: Inga Grönitz
